Julian Nagelsmann hat vor 10 Minuten seinen Kader von 26 Spielern für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bekannt gegeben. Und ein Name fehlt völlig: Lennart Karl. Bei den Anhängern des FC Bayern brach sofort Empörung aus.

Lennart Karl, 18 Jahre alt und am 22. Februar 2008 in Frammersbach geboren. Der Junge, den Harry Kane als „fantastischen Spieler“ bezeichnet und der vor Dribblings keine Angst hat. Der Junge, der in dieser Saison als jüngster Spieler überhaupt Geschichte geschrieben hat, indem er in drei aufeinanderfolgenden Champions-League-Spielen getroffen hat.
Er erzielte das einzige Tor der Bayern im Emirates gegen Arsenal und kommt auf 7 Tore sowie 3 Vorlagen in 31 Einsätzen. Lothar Matthäus hat praktisch eine Ein-Mann-Kampagne ins Leben gerufen, um ihn sofort in die Nationalmannschaft zu bringen. a Trotzdem: Für die gibt es kein Ticket

In der darauf folgenden Pressekonferenz soll Nagelsmann drei Gründe genannt haben, warum Karl nicht dabei ist:

1. Physik und Belastungsmanagement
Karl hat mit 18 Jahren und 31 Pflichtspielen für Bayern bereits eine große Belastung erlebt. Nagelsmann wird ihn nicht „verheizen“. Bereits im März, als Karl seine erste Nominierung für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana erhielt, äußerte der Trainer: „Ich will ihn nicht unter Druck setzen. Er soll einfach das tun, was er bei Bayern macht.

2. Psychische Reife für einen Wettkampf
Eine WM ist nicht mit einem Champions-League-Spiel an einem Wochentag vergleichbar. Nagelsmann soll Bedenken geäußert haben, ob Karl mental auf den Druck eines Turniers vorbereitet ist, in dem Deutschland nach 2018 und 2022 unbedingt die Gruppenphase überstehen muss. Er möchte auf der größten Bühne keine Experimente.

3. Wettbewerb im zentralen Bereich
Mit Wirtz, Musiala, Goretzka, Kimmich, Gnabry und Havertz verfügt Deutschland über ein Überangebot an offensiven Mittelfeldspielern. Wahrscheinlich wäre Karl nur ein Mitfahrer gewesen. Erfahrung und Spieler, die bereits im Kader für den März standen, waren stattdessen Nagelsmanns Wahl.

Der Satz, der alles entfacht

Der Debatte hat ein beiläufiger Kommentar von Nagelsmann Auftrieb gegeben: Viele Spieler im aktuellen Kader hätten “weniger verdient als Lennart Karl”.

Dadurch hat er unfreiwillig zur Eskalation beigetragen. Wenn das der Fall ist, weshalb fährt Karl dann nicht mit? Handelt es sich hierbei um einen Schutz für den Jungen? Oder ein Seitenhieb an Spieler, die etabliert sind, aber in den vergangenen Monaten nicht abgeliefert haben?

Bayern-Anhänger auf X und in Foren sind außer sich vor Wut. „Wie kann man den stärksten deutschen U21-Spieler nicht mit nach Hause nehmen?“, fragt einer. Andere erwähnen Jamal Musiala, der 2022 im Alter von 19 Jahren ebenfalls mitfuhr und Deutschland den Fußball der Zukunft demonstrierte.

Was nun geschieht

Trotzdem ist Karl ein Teil der Geschichte. Er hat in den Testspielen des März-Kaders sein Debüt gegeben. Selbst Nagelsmann äußerte stets: „Der Kader im März weist viele Ähnlichkeiten mit dem Kader im Mai auf, doch das bedeutet noch keine WM-Nominierung“.

Für Karl heißt das: Vollgas weiter bei Bayern. Auch die WM 2030 steht noch an. Und mit 18 Jahren ist er zeitlich flexibel.

Ob Nagelsmanns Entscheidung die richtige war, wird sich ab dem 14. Juni zeigen, wenn Deutschland in Houston gegen Curacao ins Turnier einsteigt.